Zum Nachdenken Mai-Juni 2018

Als Jugendliche half ich mit in einer internationalen Kinderstunde. Wir erzählten biblische Geschichten, sangen, beteten und spielten mit den Kindern. Eines Tages begleitete ich die Leiterin zum Hausbesuch bei einer marokkanischen Familie. Wir wurden herzlich begrüßt und königlich bewirtet. Es gab warme Speisen, Tee, Gebäck und Obst. Walnüsse knackte uns die Mutter persönlich auf und legte sie vor uns hin. Sie nötigte uns, zwei Stunden zu bleiben. Beim Abschied erfuhren wir so nebenbei, dass sie wegen uns einen Arztbesuch versäumt hatte! Orientalische Gastfreundschaft!

Der Apostel Paulus muntert zur Gastfreundschaft auf und verbindet damit eine besondere Verheißung:

Wer sind diese Engel, von denen Paulus schreibt? Und wo begegnen mir Engel im Alltag?

Engel sind Wesen aus Gottes himmlischer Welt. Er gebraucht sie zu unserem Schutz – und als Boten.

Ob ich Gottes Engel vor meiner Tür erkenne?

Die Bibel erzählt von solchen Erfahrungen.

Als der Nomade Abraham um die Mittagszeit an der Tür seines Zeltes sitzt, begegnen ihm drei Männer.

Er läuft ihnen entgegen, begrüßt sie, lässt ihnen Wasser bringen und Brot und lädt sie ein, sich in der Hitze des Mittags in seinem Zelt auszuruhen, zu speisen und neue Kraft zu schöpfen. Erst nach und nach erkennt Abraham, dass diese Männer Gottes Boten sind, dass er Engel beherbergt hat, die ihm gute Nachricht von Gott bringen: Seine Frau wird den ersehnten Stammhalter gebären.

Erkenne ich in dem Gast, der mich heute besucht, Gottes Engel? Merke ich, wenn Gott mich selber braucht, um Engeldienste zu wirken?

In diesem Sinne wünsche ich euch wunderbare Erfahrungen mit Gastfreundschaft – und Begegnung mit Gottes Engeln!

Eure Inge

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